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NARZISSTISCHE & PSYCHOPATHOLOGE BEZIEHUNGSKONFLIKTE

Fühlen Sie sich in ihrer Beziehung ausgenutzt, psychisch missbraucht oder von ihrem Umfeld isoliert? Dann könnte es sein, dass Sie sich in einer narzisstischen oder psychopathologen Beziehung befinden und es ist Vorsicht geboten!

Die Maske der Normalität ist das, was einen Psychopathen so gefährlich macht. Auf den ersten Blick verfügen Psychopathen über eine große soziale Kompetenz, ein hohes Einfühlungsvermögen und können sehr charmant sein. Aber sie sind chronische Lügner und geborene Schauspieler. Ohne eigene Gefühle gelingt es ihnen, täuschend echt, Emotionen vorzuspielen und sich durch geschickte, subtile Manipulation das Vertrauen anderer Menschen zu erschleichen. Die soziale Kompetenz und Empathie ist jedoch lediglich strategisch geplant, kühl, mit Lust ausgeführt und wird nur zum eigenen Vorteil eingesetzt.

Was den Umgang mit Psychopathen so gefährlich macht, ist, dass sie meist gesellschaftlich integriert sind, mit festen Jobs, Ehepartnern und Kindern. Sie sind sehr anpassungsfähig und oft überdurchschnittlich intelligent. Sie planen ihre eigennützigen Ziele sehr sorgfältig und mit Bedacht. Es fehlt dem Psychopathen an jeglicher Reue, Empathie, Unrechtsbewusstsein und Verantwortungsübernahme für sein Handeln. Er besitzt kein Gewissen und kein Schuldbewusstsein.

Alles, was den Psychopathen interessiert, ist: Macht, Geld und Kontrolle über andere Menschen. Der Psychopath kostet alles so lange aus, wie man ihm Gelegenheit dazu gibt.

Vergessen Sie die Idee, einem Psychopathen helfen zu können, ihn retten zu wollen oder dass er sich von selbst ändern könnte. Manche Psychopathen mimen die perfekte „Opferrolle“, auch das ist Teil ihres perfiden Spiels. Damit locken sie Menschen mit „Helfersyndrom“ perfekt an.

Bei folgenden Dating-Trends ist bereits Vorsicht geboten! Auch Dating-Plattformen und Social Media machen es Narzissten, Sozio- und Psychopathen deutlich einfacher als früher, Kontakte zu knüpfen.

  • „Ghosting“: Der Flirtpartner verschwindet plötzlich und ohne Erklärung
  • „Benching“: Eine Affäre wird ewig warm gehalten
  • „Love Bombing“: Ein neuer gefährlicher Dating-Trend in 3 Schritten:

1. Der Partner wird mit Liebe überschüttet – vorerst …
Der Psychopath wird schleichend zu Ihrem persönlichen Fan und Ihre Wachsamkeit wird durch schöne Worte eingelullt, denn er weiß genau, was Sie hören wollen und was Sie sich wünschen!

2. Sie werden auf ein Podest gehoben, um die Fallhöhe zu erhöhen:
„Du bist so toll“ / „Ich wäre so gerne wie du“

3. In Ihrem eingekleisterten Gehirn macht es „Klick“ und die Symbiose rastet ein.
Sie sind abhängig. Wann immer es um diese Person geht oder Sie seine Stimme hören, ist Ihr Verstand vernebelt. Er isoliert Sie von ihrer Familie, Ihrem Umfeld und  Ihr eigenes Urteilsvermögen wird in Frage gestellt. Er suggeriert Ihnen, falsch zu fühlen und falsch zu verstehen. Die Aus- und Benutzung kann zur totalen Entwertung und Erniedrigung führen.

Die erste Frage vieler Opfer nach dem WARUM ist nicht zu beantworten.

Egal ob der Psychopath bewusst oder unbewusst handelt, er hinterlässt eine Spur der Zerstörung auf allen Ebenen.

Dies bedeutet als Fazit für Sie:
Messen Sie Menschen nicht an ihren WORTEN, sondern an ihren TATEN.
Traurig, aber wahr, im Umgang mit einem Psychopathen gilt: Schützen Sie sich selbst, indem Sie den Kontakt meiden.
Falls Sie selbst zur Zielscheibe eines Narzissten oder Psychopathen wurden, Sie Antworten auf offene Fragen suchen oder Sie Ihren Selbstwert wiederfinden wollen, unterstütze ich Sie gerne therapeutisch.

Literaturempfehlung:

„Eitle Liebe - Wie narzisstische Beziehungen scheitern oder gelingen können" von Bärbel Wardetzki

„Die Masken der Niedertracht“ – seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann von Marie-France Hirigoyen


WER ES GENAUER WISSEN WILL…

Psychopathie – eine ernstzunehmende Persönlichkeitsstörung

Die forensische Psychologie und Psychiatrie bezeichnet Psychopathie als eine schwere Form der dissozialen/antisozialen Persönlichkeitsstörung

Folgende Typen werden unterschieden, Mischtypen sind möglich:

  • Instrumentell-dissoziales Verhalten

Geld, materieller Gewinn und Macht sind für diesen Typ von Bedeutung. Einsicht oder Veränderungsbereitschaft bleibt bei ihm aus, vielmehr badet er im übersteigerten Selbstwert- und Machtgefühl. Er zeigt oberflächlichen Charme, Gefühle wie Angst oder Schuld sind ihm fremd. Finanzielles ist ihm wichtiger als Beziehungen, das Einfühlungsvermögen in andere Menschen fehlt ihm und Beziehungen sind instabil, meist wechselnd.

  • Impulsiv-feindseliges Verhalten

Aufgrund seiner hohen Impulsivität,  kommt es zu einer geringen Handlungskontrolle, welche dem Betreffenden selbst nur selten bewusst ist. Die emotionale Beteiligung ist hoch, vor allem im Bereich Wut, Ärger und Aggression. Er deutet Handlungen seines Umfelds, ähnlich wie bei der paranoiden Persönlichkeitsstörung, als Provokation oder Bedrohung seiner Person. Die fehlende Impulskontrolle, in Kombination mit der herabgesetzten Frustrationstoleranz, lassen ihn schnell aggressiv reagieren. Ziele verfolgt er wenig ausdauernd.

  • Ängstlich-aggressives Verhalten

Psychopathen aus dieser Gruppe werden am wahrscheinlichsten kriminell bzw. straffällig. Ihre Persönlichkeit ist meist deprimiert, ängstlich und schüchtern. Unter Druck und in Extremsituationen kommt es leicht zu Gewaltausbrüchen, die das Ausmaß der beiden anderen Typen übersteigen kann. Außerhalb der Ausbrüche können sie unauffällige Menschen sein, die sehr beherrscht und angepasst sind. Häufig finden sich bei ihnen traumatische Erlebnisse, zum teil frühkindliche.


Ursachen und Risikofaktoren für Psychopathie:

Für die Entwicklung der dissozialen Persönlichkeitsstörung (Psychopathie) spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • Biologische Faktoren: Suchterkrankungen der Eltern, eine Schädigung der Gehirnentwicklung des Kindes während der Schwangerschaft (durch Alkohol, Drogen, Einatmen giftiger Dämpfe u.a.). Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt erhöhen das Risiko für Psychopathie maßgeblich.
  • Psychische Faktoren: Ein widersprüchlicher, unbeständiger sowie vernachlässigender Erziehungsstil (Kind über Stunden alleine lassen, „Rosenkrieg“ der Eltern, Scheidung), ein instabiles Umfeld, Gewalterfahrung, Missbrauch und problematische Familienverhältnisse sind an der Störung ebenfalls beteiligt.
  • Neurobiologische Veränderungen: Spezielle Gehirnareale, die für Mitgefühl oder Impulskontrolle zuständig sind, sind bei Psychopathen von Geburt an unterentwickelt. Zudem werden ein erhöhter Serotonin- und Dopamin-Spiegel beobachtet. Dies setzt die Impulskontrolle herab, wodurch Aggressionen ungehemmt ausgelebt werden. Auch konnte bei Psychopathen ein verminderter Cortisol-Spiegel beobachtet werden.
  • Genetische Faktoren

Als die zwei wichtigsten Psychopathie-Experten gelten der kanadische Kriminalpsychologe Robert D. Hare und der amerikanische Psychiater Hervey Milton Cleckley (1903-1984). Beide haben eine eigene Psychopathie-Checkliste erstellt.


Psychopathie-Checkliste nach Hare:

  • oberflächlicher Charme, sprachgewandter Blender
  • grandioser Selbstwert, übersteigertes Selbstwertgefühl
  • pathologisches Lügen (Pseudologie)
  • Manipulation, Betrug, Täuschung
  • mangelndes Schuldbewusstsein, fehlende Reue
  • Gefühlskälte, fehlendes Einfühlungsvermögen in andere (fehlende Empathie)
  • oberflächliches und verflachtes Gefühlsleben
  • parasitärer Lebensstil (Ausnutzen von finanziellen Abhängigkeiten)
  • mangelnde Fähigkeit, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen   (Verantwortungslosigkeit), fehlendes Pflichtbewusstsein
  • Bedürfnis nach Stimulation (Erlebnis-Hunger), Gefühl von Langeweile
  • schlechte Verhaltenskontrolle, Neigung zu aggressivem Verhalten, schnelle Reizbarkeit, emotionaler Missbrauch und emotionale Gewalt
  • Impulsivität (geringe Impulskontrolle), niedrige Frustrationstoleranz
  • Fehlen von realistischen und langfristigen Zielen
  • frühzeitige Verhaltensauffälligkeiten (u.a. Lügen, Betrug, Diebstahl, Vandalismus, Brandstiftung, Alkoholmissbrauch, Mobbing, von zu Hause Weglaufen)
  • Abwertung und Erniedrigung anderer Menschen
  • Jugendkriminalität
  • wahllos sexuelles Verhalten (Promiskuität), wechselnde Sexualpartner, Stolz über die sexuelle
  • Eroberung oder Ausbeutung anderer, sexueller Missbrauch
  • viele kurzfristige (eheliche) und instabile Beziehungen
  • kriminelle Vielseitigkeit (polytrope Kriminalität)

Psychopathie-Checkliste nach Cleckley:

  • beträchtlicher oberflächlicher Charme und durchschnittliche bis überdurchschnittliche   Intelligenz
  • Abwesenheit von Wahn und anderen Anzeichen von irrationalem Denken
  • Fehlen von Angst, Besorgnis und weiteren neurotischen Symptomen, übersteigerte Selbstsicherheit und verbale Wendigkeit
  • Unzuverlässigkeit, Missachten von Regeln und Verpflichtungen, kein Verantwortungsgefühl
  • Unehrlichkeit, Unaufrichtigkeit
  • Ausbleiben von Reue, Scham- und Schuldgefühl
  • antisoziales Verhalten, planlos, unerklärliche Impulsivität
  • schlechtes Urteilsvermögen und unfähig, aus eigenen Fehlern und Erfahrungen zu lernen
  • pathologische Egozentrik, übertriebene Ich-Bezogenheit, Selbstgefälligkeit und Unvermögen,   Gefühle von echter Verbundenheit und Liebe zu erfahren
  • allgemeine Armut an tiefen, sowie nachhaltigen Gefühlen, Affektverflachung
  • Mangel an Selbstreflektion und echter Einsicht, fehlendes Annehmen von Kritik durch andere (Kritikunfähigkeit)
  • Undankbarkeit, fehlende Wertschätzung, fehlende Würdigung von zwischenmenschlichen Aufmerksamkeiten und Vertrauen
  • anstößiges Verhalten (mit und ohne Alkoholkonsum), Grobheit, rascher Stimmungswechsel,  Launenhaftigkeit, Obszönität, Spielen von Streichen zur bloßen Unterhaltung
  • in der Vorgeschichte kein echter Selbstmordversuch (Suizidversuch)
  • planlose Lebensführung, Versagen in der Erfüllung eigener Lebensziele, kein geordnetes Leben  (mit Ausnahme: Pläne der Selbst-Vereitelung und zu zerstörerischem wie auch manipulativem Zweck.)



Tanja Gottlieb, Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz, Energetische Psychologie & Online Therapie